Dach

Um bei jedem Wetter komfortabel in dem Baumhaus wohnen zu können, werden über die Plattformen Dächer aufgespannt.

Material:
(Zelt-)Plane/ Tarpe
Rebschnur

Vorgehen:
Je nach Gegebenheiten der Plattform sind verschiedene Dachkonstruktionen möglich. An den Ecken der Planen werden Rebschnüre befestigt und zu Bäumen oder höher liegenden Plattformen gespannt. Es ist darauf zu achten, dass die Ränder der Plane über das Geländer der Plattform hinaus ragen, sodass es nicht auf die Plattform regnen kann. Dazu können auch mehrere Planen übereinander gespannt werden.
Um große Plattformen zu überdachen kann ein Dachfirst über die Plattform gespannt werden. Die Plane wird über den Dachfirst gelegt und an den Ecken abgespannt.

Leitertreppe

Um einen Höhenunterschied zweier Plattformen über einen steilen Aufgang ermöglichen zu können, kann eine Leitertreppe gebaut werden.

Material:
2 lange Rundhölzer in der Länge der Treppe
Rundholz in 1m Stücken
2 x 5m Reepschnur pro Stufe
Planken in der Länge der Treppe
Geländermaterial

Vorgehen:
Die beiden äußeren Balken werden auf der unteren Plattform am Geländer angelehnt und befestigt, ein senkrechter Balken dient zusätzlich als Stabilisierung. Auf der oberen Plattform ragen die Balken über die Plattform hinaus, sodass deren Ende mit dem Geländer dieser Plattform verbunden werden kann. Im Abstand von 50cm (Balkenmitte zu Balkenmitte) werden dann die Stufen mit einem Kreuzbund auf die Leiter geknotet. Um die Lücken zwischen den Stufen zu verschließen, werden über die gesamte Länge der Treppe Planken von unten an die Stufen genagelt. Abschließend wird ein Geländer installiert.

Variante: Treppe

Kreuzbund

Wenn zwei Balken, die miteinander verbunden werden, die nicht im 90° Winkel zueinander stehen, dann eignet sich der Kreuzbund eher als der Kreisbund.

Material:
entweder ca. 10m Bauseil (bspw. bei der Befestigung von einem tragenden Außenbalken an einem Baum) oder ca. 6m Reepschnurr (bspw. bei der Befestigung von Querbalken)

Vorgehen:
Zunächst wird ein Maurerknoten am senkrechten Rundholz (oder Baum) befestigt. Anschließend wird das Seil mindestens dreimal kreuzförmig um die aufeinander liegenden Rundhölzern gewickelt, sodass ein Kreuz oben auf dem senkrechten Balken gelegt ist. Dabei ist es wichtig, dass die Seile parallel liegen. Die Wicklung wird mit mindestens drei Spannschlägen „gewürgt“. Um ausreichend Spannung aufzubringen, kann sich in das Seil reingestellt/-setzt werden. Am waagerechten Holz wird der Bund abschließendmit zwei Mastwürfen möglichst dicht am gewickelten Seil fixiert. Überlanges Seil wird abgeschnitten, das Ende im Knoten „versteckt“.

Materialtransport

Über die Top-Rope-Rolle werden die Balken auf die entsprechende Höhe am Baum entlang nach oben gezogen und dort gesichert.

Material:
2 Top-Rope-Rollen
2 Kletterseile (statisch)
2 x 6m Reepschnur
2 Sicherungsgeräte

Vorgehen:
Die Seile werden an den beiden Enden des Rundholzes mit einem Mastwurf oder Maurerknoten fixieren. Je 2-3 Personen ziehen einen Balken über die Rolle nach oben. Es ist wichtig, dass die Arbeitenden nicht direkt unter dem Balken stehen. Der Balken bleibt so lange von den Personen am Boden über ein Sicherungsgerät gesichert, bis er von den Personen in der Höhe am Baum fixiert wurde.

Bei schwerden Balken kann ein Flaschenzug (mit Doppelrolle) für den Transport verwendet werden. Der Balken wird zusätzlich zur Reepschnurr-Vorfixierung mit einer Schwerlastschlinge am Baum gesichert.

Planken nageln

Sobald das Raster einer Plattform befestigt ist, wird die Plattform mit einem Dielenboden versehen.

Material:
Planken
Säge
Nägel
Hammer

Vorgehen:
Die Planken werden auf dem den Querbalken des Rasters der Plattform (Treppe/Brücke) festgenagelt (ein Nagel pro Querbalken). Um zu verhindern, dass die Nägel durch die Schwingung der Plattform ausgehebelt werden, ist darauf zu achten, die Nägel in unterschiedliche Richtungen leicht schräg in die Balken einzuschlagen. Damit die Planken nicht mehr als 20cm über die äußeren Querbalken hinaus ragen, werden sie entsprechend zugeschnitten. Es ist außerdem möglich Planken zu verlängern: Eine Planke kann auf dem Querbalken fixiert werden, sobald sie bis zur Mitte desselben reicht – demnach kann eine weitere Planke auf demselben Querbalken direkt daran angeschlossen werden. Der Dielenboden wird lückenlos bis unter das Geländer der Plattform verlegt.

Plattformarten

Abhängig von den Gegebenheiten der Bäume sowie der Kreativität der Teilnehmenden können unterschiedliche Arten von Plattformen konstruiert werden. Grundsätzlich sind alle nach dem gleichen Prinzip aufgebaut. Beispielhaft sind hier zwei dargestellt.

Material:
3 – 4 Balken Rundholz (Außenbalken)
Säge
10m Bauseil pro Kreisbund am Außenbalken
2 x 6m Reebschnur pro Querbalken

Vorgehen – Rechtecksplattform:
Auf zwei gegenüberliegenden Seiten werden die beiden Außenbalken mit Bauseil an den Bäumen zuerst vorfixiert und dann befestigt, sodass an den Außenseiten jeweils ca. 0,5m Balken übersteht. Auf den überstehenden Enden werden dann die ersten beiden Querbalken zuerst mit einer Rebschnur vorfixiert und anschließend mit Bauseil auf den Außenbalken (nicht am Baumstamm) mit einem Kreisbund befestigt. (Sofern die ersten Querbalken innerhalb liegen, genügt eine Befestigung mit Rebschnur.) Sobald das äußere Raster steht wird die Security-Line installiert. Anschließend werden die Querbalken in der Innenseite des Rechtecks hochgezogen und mit jeweils 75cm Abstand zueinander (von Balkenmitte bis Balkenmitte) mit einem Kreisbund (mit Rebschnur) auf den Außenbalken befestigt. (Hierbei ist keine Vorfixierung notwendig.)

Um die Stabilität großer Plattformen zu erhöhen kann ein zusätzlicher Balken parallel zu den zwei Außenbalken unter die Querbalken geknotet werden. Dieser wird dann mit Seilen/Spanngurten nach oben an die Bäume abgespannt. Desto größer der Winkel zwischen Plattform und Spanngurt ist, desto besser (mindestens 45°). Auch die Außenbalken können bei Bedarf nach oben hin abgespannt werden.

Die Montage der Balken erfolgt von jeweils zwei Teilnehmenden, die mit einer Bandschlinge (Ankerstich um den Baum) am Baum gesichert sind. Um ausreichend Bewegung im Gurt gewährleisten zu können, sind ein bis zwei Fußschlingen zusätzlich vorteilhaft.

Vorgehen – Dreiecks-Plattform:
An der Grundseite des Dreiecks wird ein erster Außenbalken zuerst vorfixiert und dann befestigt, sodass an den Außenseiten jeweils ca. 0,5m Balken übersteht. Auf der gegenüberliegenden Seite wird dann an dem einzelnen Baum ein Außenbalken so befestigt, dass der Baum mittig ist und auf jeder Seite 1-1,5m Balken übersteht. (Es muss genug Platz sein, um 2-3 Querbalken darauf befestigen zu können.) Anschließend werden die Querbalken von der Dreiecksspitze (kurzer Außenbalken) aus aufgefächert und auf den Außenbalken befestigt.

Sicherheit

Um Sicherheit gewährleisten zu können als auch den Teilnehmenden, die sich auf der Plattform bewegen Sicherheit zu vermitteln, sind einige Dinge zu beachten:

Materialpflege
Vor jedem Camp ist die Funktionstüchtigkeit und Sicherheit des Materials zu überprüfen.
Um Baumaterial vom Klettermaterial zu unterscheiden, ist es vorteilhaft die Materialien entsprechend zu markieren (farbiges Tape) und die Markierungen zu Beginn des Camps zu erklären.
Am Ende jedes Tages ist darauf zu achten, dass alles Material ins Materiallager zurück geräumt wird damit kein Material herumliegt, verloren geht oder beschädigt wird.

Kleidung
Für das Bauen auf der Baustelle ist angemessene Kleidung notwendig: lange Hose; feste, geschlossene Schuhe; Handschuhe (Beschmutzung mit Harz ist unvermeidlich)
Außerdem ist darauf zu achten, dass die Teilhnehmenden keine Halstücher oder Ringe tragen, um das Verletzungsrisiko beim Arbeiten mit und am Seil zu reduzieren.

Trennung von Arbeit und Freizeit
Da die Arbeit auf der Baustelle sehr anstrengend ist, ist es wichtig, den Teilnehmenden genügen Regenerationszeit einzuräumen. Dazu gilt es, Pausenzeiten und Feierabendzeit wirklich als solche einzuhalten und Arbeitsplatz und Erholungsraum auch räumlich voneinander klar getrennt sind. Dazu gehört auch, dass auf der Baustelle nicht gegessen wird.
Besonders am dritten Tag ist darauf zu achten, dass die Teilnehmenden nicht nachlässig werden und weiterhin sorgsam arbeiten und die Sicherheitsregeln beachten.

4 Augen Prinzip
Vier Augen sehen mehr als zwei, daher gilt das „Vier Augen Prinzip“. Um etwaige Fehler zu verhindern ist es wichtig, die sicherheitsrelevanten Aspekt zu zweit zu Überprüfen, optisch und haptisch.

Partnercheck
Zu Beginn des Camps ist einzuführen, dass die Teilnehmenden sich bei Arbeitsbeginn gegenseitig checken, bevor sie in die Bäume/ auf die Plattformen klettern. Dabei ist darauf zu achten, dass der Klettergurt nicht über die Hüfte rutschen kann, die Beinschlaufen angemessen eng sind und die Karabiner richtig eingelegt und geschlossen sind. Dabei gilt optisch und haptische Überprüfung.

Bauweise
Waagrechte Plattformen sind für das Sicherheitsgefühl der Teilnehmenden sowie der Baumhausbesucher/innen sehr wichtig.
Da das Baumhaus über einen längeren Prozess hin entsteht ist es wichtig, dass die Bauleitung bzw. die Arbeitsgruppenleiter einen Überblick behalten, welche Projekte am Ende eines Tages noch nicht vollständig abgeschlossen sind und am nächsten Tag vervollständigt werden müssen. Denn unfertige Arbeitsbereiche stellen ein Sicherheitsrisiko dar.

Sicherheit bei den Knoten
Es ist wichtig zu Beginn des Camps einen Standard festzulegen, wie die Knoten korrekt gelegt sind und z.B. beim Kreisbund, welche Knotenabfolge standardmäßig vorgegeben ist. Wenn sie alle einheitlich gelegt sind, ist es wesentlich einfacherer zu überprüfen, ob die Knoten richtig sind. Vor allem zu Beginn eines Camps sollten die wichtigsten Knoten (an den tragenden Außenbalken) überprüft werden.
Darüber hinaus ist darauf zu achten, dass die Knoten ordentlich gelegt sind. Es vermittelt zusätzliche Sicherheit, wenn der Knoten allein vom äußeren Erscheinungsbild eine „saubere Sache“ ist.

Sitzen im Gurt
Um bei langem arbeiten im Gurt ein Hängetrauma zu verhindern, ist es wichtig, die Teilnehmenden, die im Baum arbeiten immer wieder nach deren Befindlichkeit zu befragen. Sie sollten im vorhinein dafür belehrt werden und von Zeit zu Zeit daran zu erinnert werden, sich immer wieder hinzustellen (in eine Fußschlaufe).

Wetter
Bei Feuchtigkeit ist auf eine erhöhte Rutschgefahr auf dem Holz hinzuweisen.

Bauvorbereitung

Bauplatz
Für den Bauplatz wird eine ebene Fläche ausgewählt. Dies reduziert die Möglichkeit für Verletzungen im Gegensatz zu einem stark abschüssigen Gelände.

Bäume
Es werden gesunde, gerade Bäume ausgewählt, an denen das Baumhaus befestigt wird. Sie haben einen Durchmesser von ca. 20-50cm. Bei dünneren Bäumen reduziert sich die Sicherheit, da die Bäume der Belastung nicht stand halten können. Bei dickeren Bäumen ist erstens der Materialverbrauch größer. Zweitens steigt der Aufwand zur Befestigung, da teilweise mit zwei Personen gearbeitet werden muss und es schwerer ist eine gute Spannung der Bünde zu gewährleisten. Drittens ist der Aufstieg zur Montage komplizierter.

Baumkonstellation
In der Regel werden drei oder vier Bäume für eine Plattform ausgewählt, die in einem Dreieck bzw. einem Rechteck zueinander angeordnet sind. Dabei ist zu beachten, dass die Bäume nicht zu nah beieinander stehen, damit aureichend Platz zum Arbeiten bleibt. Die Abstände der Bäume einer Plattform sollten den zur Verfügung stehenden Balken entsprechen. Es werden mehrere Baumkonstellationen für mehrere Plattformen ausgewählt. Die Abstände zwischen diesen sollten nicht zu hoch sein, da es das Ziel ist die einzelnen Plattformen mit sicheren Übergängen zu verbinden.

Materiallager
Das Materiallager wird in der unmittelbaren Nähe zur Baustelle aufgebaut. Übersicht und Ordnung sind wohl auf der Baustelle stelbst, wie im Materiallager für die Sicherheit und einen reibungslosen Bau grundlegend. Seilrollen werden zwischen jeweils zwei Bäumen aufgehängt. Wenn nötig wird das Lager mit Planen gegen Nässe geschützt.

Balken vorfixieren

Bevor Balken an einem Baum befestigt werden, werden sie provisorisch vorfixiert, um mehr Stabilität fürs Knoten gewährleisten zu können.

Material:
ca. 3m Rebschnur (abh. vom Baumumfang)

Vorgehen:
Die Rebschnur wird doppelt gelegt und mit einem Ankerstich oberhalb des Balkens am Baum befestigt. Die beiden Seilenden werden dann um den Balken gelegt und mit einem Kreuzknoten / Samariter auf ensprechender Höhe verbunden. Der Balken ist damit provisorisch fixiert und wird anschließend mit einem Kreisbund befestigt. Die provisorische Befestigung kann danach wieder entfernt werden.

Bei schweren Balken wird eine zusätzlich Sicherung mit einer Schwerlastschlinge angebracht, bis der Balken mit dem Kreisbund befestigt ist.

Kreisbund

Der Kreisbund wird verwendet, um Rundhölzer senkrecht zu verknüpfen.

Material:
entweder ca. 10m Bauseil (bspw. bei der Befestigung von einem tragenden Außenbalken an einem Baum) oder ca. 6m Reepschnurr (bspw. bei der Befestigung von Querbalken)

Vorgehen:
Zunächst wird ein Maurerknoten am senkrechten Rundholz (oder Baum) befestigt. Anschließend wird das Seil mindestens dreimal kreisförmig um die senkrecht aufeinander liegenden Rundhölzern gewickelt. Dabei ist es wichtig, dass die Seile parallel liegen: am waagerechten Holz werden die Wicklungen nach außen hinzugefügt, am senkrechten Holz nach innen. Die kreisförmige Wicklung wird mit mindestens drei Spannschlägen „gewürgt“. Um ausreichend Spannung aufzubringen, kann sich in das Seil reingestellt/-setzt werden. Am waagerechten Holz wird der Bund abschließendmit zwei Mastwürfen möglichst dicht am gewickelten Seil fixiert. Überlanges Seil wird abgeschnitten, das Ende im Knoten „versteckt“.