V-Verstärkung

Zur Verstärkung der Tragkraft von Elementen (bspw. Brücken oder Plattformen) können V-Vertärkungen angebracht werden.

Material:
1 Spannset
3 Bandschlingen
3 Baukarabiner

Vorgehen:
An zwei Bäumen werden über dem zu verstärkenden Element jeweils eine Bandschlinge mit einem Ankerstich befestigt und anschließend ein Baukarabiner eingehägt. Am zu verstärkenden Element (Brücke, oder Plattform) wird an einem tragenden Balken in der Mitte zwischen den beiden zuvor gewählten Bäumen eine weitere Bandschlinge mit Karabiner befestigt. Das Spannset wird durch den unteren Karabiner gezogen und dann zwischen diesem und den beiden Bäumen gespannt. Der Innenwinkel des entstandenen Dreiecks beträgt in der unteren spitze weniger als 90° (je kleiner der Winkel, desto höher die Belastbarkeit).

Top-Rope-Sicherung

Für den Auf- und Abbau eines Baumhauses werden Top-Rope-Sicherungen verwendet.

Weitere Informationen zur Top-Rope-Sicherung:
https://de.wikipedia.org/wiki/Toprope

Abbau einer Top-Rope-Sicherung:
Zunächst erfolgt die Sicherung über mehrere Bandschlingen am Baum. Anschließend kann mit der Installation einer abbaubaren Top-Rope-Sicherung begonnen werden. Dazu wird zunächst eine Bandschlinge mit einem Ankerstich am Baum befestigt. Am kurzen Ende des Stichs wird ein dünnes Seil befestigt, dass bis zum Boden reicht. Durch das lange Ende des Stichs wird ein Kletterseil gezogen. Anschließend kann das Kletterseil für das Abseilen über ein Abseilgerät (bswp. Achter) erfolgen. Vom Boden aus wird als erstes das Kletterseil herunter gezogen, anschließend wird der Ankerstich mit Hilfe des dünnen Seils geöffnet.

Aufbau

Zunächst werden Rollen an den ausgewählten Bäumen befestigt. Dann werden die Stellen zur Befestigung der Bodenplattform an den Bäumen auf jeweils gleicher Höhe markiert. Als Grundgerüst für den Boden der Plattorm werden Außenbalken mit Kreisbünden an den Bäumen befestigt. Vor dem weiteren Bau am Grundgerüst der Plattform wird die Security-Line gespannt und in Betrieb genommen. Nun wird auf den Außenbalken ein Raster aus Querbalken montiert. Der später begehbare Boden besteht aus Planken, die auf die Querbalken genagelt werden. Die einzelnen Bodenplafformen werden mit Brückenelemen bzw. Treppen verbunden. Ein Aufgang wird an einer möglichst Bodennahem Stelle angebracht. Da das Baumhaus am Ende ohne Sicherung betreten werden können soll, werden nun Geländer an den Plattformen, Brücken und dem Aufgang installiert.

Abbau

Da unsere Baumhäuser nicht für die Ewigkeit, teilweise nicht für länger als ein Camp gemacht sind, müssen sie wieder rück- und abgebaut werden. Dies bedarf Zeit und guter Planung.

Material:
Security-Lines
Absperrband
Müllsäcke
Messer
(Motorsäge)
Hammer

Vorgehen:
Der Abbau erfolgt ohne die Teilnehmenden. Er erfordert hohe Konzentration und wird deswegen in der Regel erst einige Tage/Wochen nach einem Camp angegangen. Der Abbau ist tendentiell gefährlicher als der Aufbau, da beim Aufbau bspw. oft mehr Menschen einen Stamm sichern und er langsam nach oben bewegt wird. Deswegen ist es sehr wichtig hier einige Sicherheitsregeln mit allen Beteiligten zu verabreden sowie Vorgehen und einzelne Aufgaben klar abzusprechen.

Beim Abbau werden zunächst alle nicht sicherheits-relevanten Teile des Baumhauses abgebaut. Diese Elemente (bspw. Innenausstattung, Dächer, …) werden vom Baumhaus herunter getragen. Anschließend werden auf allen Elementen Security-Lines gespannt und in Betrieb genommen. Das Gelände unter dem Baumhaus wird komplett mit Absperrband gesichert und dieser Bereich ist nicht mehr zu betreten. Eine Person ist damit beauftragt den Bereich zu überwachen.

Im Folgenden werden zunächst die Geländer abgebaut. Beim Abbau wird jeder Balken zunächst mit Bandschlingen an anderen tragenden Elementen (bzw. an Bäumen) gesichert. Die Sicherung ist so anzubringen, dass sie gespannt ist. Die Sicherung verhindert Unfälle (bspw. Quetschungen), erleichert das Öffnen von Knoten und verhindert, dass sich Rundhölzer bei ungeplantem runterfallen verkanten. Wenn das Seil nicht mehr verwendet wird, können die Knoten mit einem Messer aufgeschnitten werden. Soll das Seil noch einmal verwendet werden (bspw. Bauseile von nicht-tragenden Elementen), können die Knoten mithilfe der Hebelwirkung eines Zimmermannhammers gelöst werden. Sind die Knoten entfernt, kann das Rundholz runterfallen- bzw. abgelassen werden. Anschließend werden die V-Verstärkungen, bei den obersten Brücken und Plattformen begonnen, abgebaut. Sind Geländer und V-Verstärkungen abgebaut, können die Verbindungselemente (Brücken, Treppen) abgebaut werden.

Die Plattformen werden nicht im Ganzen heruntergelassen bzw -geschnitten, da sie sich auf diese Weise sehr leicht zwischen den Bäumen verkanten könnten. Deswegen werden beim Abbau der Plattformen zunächst die Bretter gelöst. Wenn die Bretter direkt entnaglet werden sollen, wird ein Schlag unter das Brett getätigt, darauf folgt ein Schlag von oben neben den Nagel. Der herausstehende Nagel kann nun mit der Hebelwirkung eines Zimmermannhammers herausgezogen werden. Alternativ können die Bretter mithilfe einer Motorsäge zwischen dem Balken herausgeschnitten werden. Ist nur noch das Raster vorhanden, werden die tragenden Knoten am Baum gelöst und die Plattform fällt zu Boden. Die Sicherung der beteiligten Menschen erfolgt hierbei entweder noch über die Securtiy-Line oder über eine Top-Rope-Sicherung über der Plattform. Die Top-Rope-Sicherung ist dabei so installiert, dass sie nach dem Abstieg vom Boden aus abgebaut werden kann.

Wenn alle Personen am Boden sind, kann mit dem Zerlegen und Abtransport begonnen werden (ACHTUNG: es wird nicht zeitgleich am Boden aufgeräumt und in der Höhe abgebaut!). Dabei ist sicher zu stellen, dass sich keine ungesicherten Gegenstände in der Höhe befinden. Die Absperrband-Sicherung wird entfern. Nun kann der weitere Abbau und der Abtransport auf dem Boden geschehen. Beim Schichten von Rundhölzern ist darauf zu achten, diese nach Größe zu sotieren und auf einer Seite bündig zu lagern, um den weiteren Transport zu erleichtern.

Beim Abbau kann viel für die Nachhaltigkeit getan werden. Genaue Absprachen mit dem Förster bzw. Holzlieferanten über die Rücknahmebedingungen (Länge, Nägel, Lagerort etc.) für das Stangenholz sind hier von großer Wichtigkeit. Das übrige Holz kann zum Bauen wiederverwendet werden, solange es noch frisch ist bzw. verbrannt werden, wenn es gelagert wurde. Auch dicke Bretter (bswp. von der Brücke) können wiederverwendet werden, wenn die Schrauben entfernt werden und eine geeignete Lager- bzw. Transportmöglichkeit besteht.

Dach

Um bei jedem Wetter komfortabel in dem Baumhaus wohnen zu können, werden über die Plattformen Dächer aufgespannt.

Material:
(Zelt-)Plane/ Tarpe
Rebschnur

Vorgehen:
Je nach Gegebenheiten der Plattform sind verschiedene Dachkonstruktionen möglich. An den Ecken der Planen werden Rebschnüre befestigt und zu Bäumen oder höher liegenden Plattformen gespannt. Es ist darauf zu achten, dass die Ränder der Plane über das Geländer der Plattform hinaus ragen, sodass es nicht auf die Plattform regnen kann. Dazu können auch mehrere Planen übereinander gespannt werden.
Um große Plattformen zu überdachen kann ein Dachfirst über die Plattform gespannt werden. Die Plane wird über den Dachfirst gelegt und an den Ecken abgespannt.

Leitertreppe

Um einen Höhenunterschied zweier Plattformen über einen steilen Aufgang ermöglichen zu können, kann eine Leitertreppe gebaut werden.

Material:
2 lange Rundhölzer in der Länge der Treppe
Rundholz in 1m Stücken
2 x 5m Reepschnur pro Stufe
Planken in der Länge der Treppe
Geländermaterial

Vorgehen:
Die beiden äußeren Balken werden auf der unteren Plattform am Geländer angelehnt und befestigt, ein senkrechter Balken dient zusätzlich als Stabilisierung. Auf der oberen Plattform ragen die Balken über die Plattform hinaus, sodass deren Ende mit dem Geländer dieser Plattform verbunden werden kann. Im Abstand von 50cm (Balkenmitte zu Balkenmitte) werden dann die Stufen mit einem Kreuzbund auf die Leiter geknotet. Um die Lücken zwischen den Stufen zu verschließen, werden über die gesamte Länge der Treppe Planken von unten an die Stufen genagelt. Abschließend wird ein Geländer installiert.

Variante: Treppe

Kreuzbund

Wenn zwei Balken, die miteinander verbunden werden, die nicht im 90° Winkel zueinander stehen, dann eignet sich der Kreuzbund eher als der Kreisbund.

Material:
entweder ca. 10m Bauseil (bspw. bei der Befestigung von einem tragenden Außenbalken an einem Baum) oder ca. 6m Reepschnurr (bspw. bei der Befestigung von Querbalken)

Vorgehen:
Zunächst wird ein Maurerknoten am senkrechten Rundholz (oder Baum) befestigt. Anschließend wird das Seil mindestens dreimal kreuzförmig um die aufeinander liegenden Rundhölzern gewickelt, sodass ein Kreuz oben auf dem senkrechten Balken gelegt ist. Dabei ist es wichtig, dass die Seile parallel liegen. Die Wicklung wird mit mindestens drei Spannschlägen „gewürgt“. Um ausreichend Spannung aufzubringen, kann sich in das Seil reingestellt/-setzt werden. Am waagerechten Holz wird der Bund abschließendmit zwei Mastwürfen möglichst dicht am gewickelten Seil fixiert. Überlanges Seil wird abgeschnitten, das Ende im Knoten „versteckt“.

Materialtransport

Über die Top-Rope-Rolle werden die Balken auf die entsprechende Höhe am Baum entlang nach oben gezogen und dort gesichert.

Material:
2 Top-Rope-Rollen
2 Kletterseile (statisch)
2 x 6m Reepschnur
2 Sicherungsgeräte

Vorgehen:
Die Seile werden an den beiden Enden des Rundholzes mit einem Mastwurf oder Maurerknoten fixieren. Je 2-3 Personen ziehen einen Balken über die Rolle nach oben. Es ist wichtig, dass die Arbeitenden nicht direkt unter dem Balken stehen. Der Balken bleibt so lange von den Personen am Boden über ein Sicherungsgerät gesichert, bis er von den Personen in der Höhe am Baum fixiert wurde.

Bei schwerden Balken kann ein Flaschenzug (mit Doppelrolle) für den Transport verwendet werden. Der Balken wird zusätzlich zur Reepschnurr-Vorfixierung mit einer Schwerlastschlinge am Baum gesichert.

Treppe

Zur Verbindung von unterschiedlich hohen Plattformen kann eine Treppe gebaut werden.

Material:
2 dicke Bretter
einige dünnere Bretter
Winkel
Bleistift
Zollstock
Säge
Taschenrechner

Vorgehen:
In Abhängigkeit von der Höhendifferenz zwischen den Plattformen wir zunächst die Stufenanzahl der Holztreppe ermittelt. Die Stufenhöhe sollte maximal 19 Zentimeter aufweisen und der Auftritt nicht weniger als 26 Zentimeter tief sein. Als Faustregel gilt, dass die Summe aus der doppelten Steigungshöhe mit der Auftrittsbreite addiert wird. Das Ergebnis sollte zwischen 60 und 66 Zentimeter liegen – idealerweise 62 Zentimeter. Die Treppe sollte eine Neigung von rund 25 bis 40 Grad aufweisen.

Beispiel: 2 x 16 cm (Steigungshöhe ) + 30 cm (Auftrittstiefe) = 62 cm. Bei einer Höhendifferenz von 1,60 werden also 10 Stufen benötigt.

Zwei dicke Bretter dienen als tragendes Außenseiten. Die errechneten Stufen werden dort mit einem Winkel aufgezeichnet und ausgesägt. Anschließend werden diese Außenseiten zwischen den Böden der Plattormen verschraubt und dann mit dünnen Brettern gedeckt. Je nach Höhe der Treppe wird ein Geländer installiert.

Variante: Leitertreppe

Aufgang

Der Aufgang wird in Form einer breiten Rampe am tiefsten Punkt des Baumhauses montiert.

Material:
3 Balken für den Boden
6 Balken für das Geländer
9 x ca. 6m Bauseil für die Bünde
Bretter
Nägel
Hammer

Vorgehen:
Als Raster werden zunächst 3 Balken (Anzahl der Balken hängt von der Breite des Aufgangs ab) in einem Abstand von ca. 75cm montiert. Anschließend werden senkrechte Balken am Fuß des Aufganges angebracht, an denen später auch das Geländer befestigt wird. Auf das Gerüst werden Planken genagelt. Um die Rutschgefahr zu minimieren werden auf den fertigen Boden weitere Planken in einem Abstand von ca. 40cm genagelt. Aufgrund der Bodennähe kann ein einfaches Geländer ausreichend sein.